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Aus dem Hochzeitstagebuch #10

Projekt Brautkleid - von Höhen und Tiefen und zitternden Händen


Die Schere ist angesetzt und Schnittteil für Schnittteil aus dem Stoff geschnitten.

Ich habe mich für Schweren Brautsatin in Ivory entschieden. Warum? Satin knittert nicht beim Tragen, lässt sich leicht verarbeiten, lässt sich bügeln und es gibt keine unschönen Schweißflecken. Dazu eine edle Spitze, die einen Meterpreis hat, bei dem einem die Ohren schlackern, vor allem wenn man Meterpreise eines Siebtels gewohnt ist...

Viele kleine Spitzenapplikationen kommen noch hinzu.



Beim Zuschnitt dann schon das erste Problem... ich habe zu wenig vom sündhaft teuren Spitzenstoff gekauft. Es fehlen 10cm für das vorgegebene Schnittteil....tieeeeef durchatmen und Notfall-WhatsApp-Konsultation der ebenfalls nähenden Trauzeugin....Hiiiilfeeee...tieeef durchatmen!

Fazit, alles nicht so schlimm, das Schnittteil ist zum Teil nicht schnittrelevant, die Bruchkante wird versetzt, sodass es passt und alles ist wieder gut! Puh...Glück gehabt.



Stecken, heften, bügeln, heften, stecken, bügeln, stecken, heften...

So viel habe ich in 28 Jahren nicht gebügelt :D

"Gut gebügelt ist halb genäht" sagt man. Und ja, hier bewahrheitet sich das. Und obwohl ich sonst beim Nähen absolut nicht detailreich arbeite und eigentlich alles per Augenmaß mache und sogar gänzlich auf das Stecken verzichte, war es hier umso notwendiger mit einer disziplinierten Akribie zu arbeiten, denn es soll perfekt werden!



Immer wieder habe ich innegehalten, nachgedacht, andere Möglichkeiten in Betracht gezogen, gelegt und gedanklich umdekoriert, damit das Kleid auch in der Realität den Effekt bekommt, den ich vorgesehen habe. Und während ich gedankenversunken und hochkonzentriert arbeitete, hielt ich bei diesem Anblick kurz inne und mir stiegen die Tränen in die Augen, weil ich so überwältigt war, von der Schönheit, die es bisher schon angenommen hatte...



Der vorerst letzte Streich vor der Anprobe war der Reißverschluss, dessen akribisches Stecken (denn er soll möglichst unsichtbar sein) und Nähen allein schon eine Stunde Arbeit erforderte.

Und das war wahrlich nicht meine Lieblingsdisziplin.



Nun aber war es geschafft. Das Kleid ist nicht fertig, aber nach monatelanger Recherche, 2 Tagen und effektiv 10 Stunden Arbeit am Stoff bereit anzuziehen.

Der Moment, in dem sich herausstellt, ob das Kleid passt! Ob es sitzt! Ob es so ist, wie ich mir vorgestellt habe, ob der Reißverschluss zu geht....

Meine 2. Trauzeugin war in diesem Moment bei mir, sie half mir in das Kleid und sie schloss den Reißverschluss.


Das Kleid passt! <3 Was für ein überwältigender Moment...




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