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Fototutorial für Probenähen


Da ich leider immer wieder Bilder in Probenähen bekomme, die ich nicht verwenden kann, habe mich entscheiden ein kleines Tutorial zu schreiben, wie man mit ein paar kleinen Tricks und ohne professionelle Ausbildung gute Fotos machen kann.

Warum muss ich so wählerisch sein?

Natürlich bin ich meinen Probenähern unendlich dankbar für ihre Mühe und Arbeit und natürlich tut es mir dann umso mehr Leid, wenn ich ihre Werke nicht schätzen und ihre Bilder nicht ins Ebook aufnehmen kann. Der Grund ist einfach der, dass ich mein Produkt bewerbe. Und die Bilder, die ich an dieses Produkt koppele, spiegeln es wieder! Die Designbeispiele aus den Probenähen sind ausschlaggebend für die Kaufentscheidung des Kunden. Und auch wenn das Ebook bereits gekauft wurde, tragen schöne Beispiele maßgeblich dazu bei, dass der Kunde weiterhin Freude an dem Schnitt hat, es mehr als nur einmal näht und auch weitere Ebooks kauft. Hier muss ich wirtschaftlich denken, mein Ziel ist es nicht, irgendwem auf die Füße zu treten.

Zu den Basics:

Was macht ein schönes Foto aus?

Fakt ist, du kannst FAST alles machen, solange das Bild gestochen SCHARF ist! In diesem Fall kann man viel verzeihen und mit der Nachbearbeitung in Form von Zuschneiden ein tolles Bild bekommen!



Die Kamera:

Wer schon einmal eine Spiegelreflex in der Hand hatte, hatte wohl genauso wie ich mal den Gedanken „Da braucht man ja ein Studium für, um die Einstellungen zu begreifen“.

Nein, baucht man nicht. Mit ein paar Kniffen, geht das auch ohne 😉

Ich selbst bin kein Fotograf und ich hoffe, dass diese mich jetzt nicht lynchen. Ich kann hier nur von den Erfahrungen sprechen, die ich gemacht habe:





Die Spiegelreflex:

Bewegte Bilder kann man am besten und scharf fotografieren mit dem Sportmodus. Der bietet sich natürlich bei Kindern besonders an, weil die ja selten still stehen. Hier muss man aber beachten, und dafür muss man die Kamera ein bisschen verstehen, dass dieses scharfe Bild in der Bewegung nur deshalb funktioniert, weil die Blende des Objektivs nur einen Bruchteil einer Sekunde offen bleibt. Das bedeutet, dass das Licht auch nur einen Bruchteil einer Sekunde auf die Linse trifft. Fazit: Es muss sehr sehr hell sein, um hier ein krisselfreies Bild zu erhalten.

Eine alternative ist der P-Modus. Die Programautomatik. Hier stellt die Kamera je nach Lichteinfall selbst die Öffnungszeit der Blende ein, sodass ein optimales Bildergebnis erreicht wird. Nachteil: Das zu fotografierende Objekt sollte sich weniger bewegen, je dunkler die Umgebung ist! Wie man das auch bei Kindern erreichen kann, erkläre ich noch im Abschnitt „Model“.

Außerdem praktisch bei der Programmautomatik ist, dass man die Umgebung einstellen kann. Ist es z.b. wolkig, sonnig, schneelastig oder Kunstlicht. Die Kamera stellt sich dann auf die Umgebung ein. Das Handy:

Im 21. Jahrhundert braucht man aber nicht unbedingt eine Spiegelreflexkamera um schöne scharfe Bilder zu bekommen. Das geht auch schon mit den neuesten Handys. Auch hier bietet es sich an, mal in den Einstellungen nachzusehen und ein bisschen an der Belichtung rumzudrehen. Vorteil beim Handy: Der „Schöne-Gesicht-Modus“ 😉

Das genähte Werk:

Worauf es in erster Linie bei Designbeispielen ankommt ist, dass das Produkt (!), das genähte Werk im Vordergrund steht, in Szene gesetzt wird und gut zu erkennen ist! Denn es ist nicht das Kind, ihr selbst, der Hintergrund oder irgendein Accessoire, das ihr verkaufen wollt, sondern das genähte Werk!

Also:

Es darf nicht schmutzig sein, oder hängende Fäden haben, Fehlerchen müssen kaschiert oder verdeckt werden (jeder hat mal einen Ausreißer bei einer Naht, weil die Maschine gesponnen hat oder ähnliches. Kein Problem, aber möglichst auf dem Bild verstecken).

Natürlich ist ein Gesamtbild entscheidend. Es sollte ein Outfit sein, das zusammen passt. Dafür muss man nicht zwingend extra eins nähen. Zu Oberteilen passen immer einfarbige Leggins oder Jeans, ein paar coole Stiefel oder Turnschuhe dazu und fertig. Bei Hosen, die im Vordergrund stehen, sollte man möglichst einfarbige und schlichte Shirts verwenden. Man soll sehen, worum es auf dem Foto geht!










Jeans geht immer!









Das Licht:

Je besser das Licht, desto einfacher ist das fotografieren.

Licht, Licht, Licht! Im Sommer ist das leicht, man kann einfach rausgehen in den Sonnenschein und alles ist lichtdurchflutet, aber wie soll man das im Winter schaffen?

Das stellt die meisten vor eine große Herausforderung! Indoor-Fotos…

Hier ein paar Tipps:

Die erwähnte Programmautomatik der Kamera kann hier wunderbar helfen, wenn man sie auf wolkig oder Kunstlicht stellt.

Am schönsten und leichtesten ist grundsätzlich Tageslicht. Aber auch Fotos in Kunstlicht und auch Gelblicht müssen nicht schlecht sein. Auch hier gilt: Hauptsache scharf!

Wer Licht verstärken will, sollte sich an die Farbe weiß halten. Denn weiß reflektiert das Licht. Wenn man hat, kann man auch mit Spiegeln arbeiten. Man sollte in der Nähe einer Lichtquelle, eines Fensters fotografieren und IMMER mit dem Licht, nicht dagegen!

Mit weißen Wänden, weißen Laken oder Weißen Fotoleinwänden (schon erhältlich ab 15 Euro) kann man schon ganz viel rausholen. Zudem gibt es Fotoreflektoren (ebenfalls erhältlich ab 10 Euro), die man geschickt einsetzen kann, um das Licht aufzufangen und auf sein Objekt zu werfen. Sie sind auch die perfekte Lösung, um Schatten zu entfernen, die ins Gesicht fallen.



Detaillierte Anleitungen, wie man diese am besten einsetzt, gibt es zu Hauf im Netz. Wenn euch das interessiert, dann googelt einfach mal. Ihr habt auf jeden Fall Erfolg.

Der Hintergrund:

Genauso wichtig wie das Objekt selbst, ist de Hintergrund, vor dem man fotografiert.

Hier gilt: Je schlichter und unauffälliger der Hintergrund ist, desto besser wird das Objekt in Szene gesetzt!

Den perfekten Hintergrund gibt es nicht, da es auch immer eine Geschmackssache ist und irgendwie ja auch zum Kleidungsstück passen muss. Was jedoch perfekt ist, ist wenn der Hintergund verschwimmt! Das macht die Kamera beim fokussieren. Beachten muss man hierbei, dass man mindestens 1 Meter(!!!) vom Hintergrund entfernt steht! Sei es die Wand, der Baum, der Busch oder sonst was. Je weiter du weg bist, je stärker verschwimmt der Hintergrund. Hier trotzdem ein paar Tipps:

Outdoor:

Draußen zu fotografieren ist immer sehr schön.

Achtet darauf, dass so wenig wie möglich Störer im Bild sind oder Dinge, die da nicht hingehören oder unschön aussehen könnten (andere Häuser, andere Menschen, Gegenstände wie Fahrräder oder Autos, Spielzeug…

Es sei denn ihr setzt diese Störer bewusst ein, wie z.B. das Fotografieren vor einer Graffiti besprayten Wand oder Baracke um einen bewussten Stilbruch zu provozieren. Hier achtet aber darauf, dass der Hintergrund nicht zu unruhig wirkt und von eurem eigentlichen Motiv ablenkt. Beachtet den Abstand, um den verschwommenen Hintergrund zu erhalten.







Der Hintergrund verschwimmt..





Indoor:

Der Hintergrund muss frei von Störern sein. Wenn man das Mobiliar sieht, muss es wirklich gut gemacht sein, damit das Foto gut wirkt. Versucht das zu vermeiden. Wenn ihr keine Wand zu Verfügung habt, dann erschafft euch am besten eine mit einem Laken oder einer Leinwand. Je schlichter der Hintergrund, desto besser! Aber Achtung! Eine Fotoleinwand ist eine tolle Sache, aber nicht wenn man erkennt, dass es eine solche ist! Sie sollte weder knittrig sein, noch Falten werfen. Achtet auch hier immer auf den Abstand zur Wand! Mindestens 1m. je mehr desto besser. Stellt ihr euch direkt vor die Wand, sieht man auch diese scharf. Jeder Raufaserhuckel, jede Unebenheit, jede Struktur und Farbveränderung. Euer Fokus ist immer auf dem zu fotografierenden Objekt. Der Hintergrund muss im Hintergrund bleiben! Und wenn ihr weiter wegsteht, dann verzeiht die Kamera auch Unebenheiten und die Raufasertapete ist einfach nur noch ein weißer Hintergund ohne Struktur.



Siehst du die Raufasertapete? Ich auch nicht 😉






Wichtig außerdem: Lasst keine Schatten auf die Wand fallen. Und wenn Schatten fallen und ihr es nicht vermeiden könnt, dann schneidet diesen Bereich im Nachhinein weg. Dazu nochmal mehr beim Thema „Bildausschnitt“

Fotos auf der Couch? Eher nein. Denn es gibt keine Trennung zwischen Objekt und (Hintergrund)Couch.


Der Bildausschnitt:

Es muss nicht immer das ganze Objekt auf dem Bild zu sehen sein, auch Bildausschnitte und Detailbilder machen richtig was her! Zögert also nicht, auch mal ordentlich hinein zu zoomen und hier auch mit den Perspektiven und Blickwinkeln zu spiegeln. Mal von links, mal von rechts, von oben drauf oder unten. Da ist eine Falte, eine Schleife, eine Borte oder eine schöne Ziernaht? Macht ein Foto davon!

Außerdem kann man Bildausschnitte hervorragend verwenden, wenn das Gesamtfoto mal nichts geworden ist. Hierzu mehr in „Nachbearbeitung“. Fällt ein blöder Schatten auf die eine Seite des Models, dann fotografiert man diesen eben gar nicht erst mit und knipst nur die Schokoseite. Niemand wird jemals sehen, dass dort ein Schatten gewesen ist 😉



Die Perspektive:

Man kann immer mit Perspektiven spielen und je nach Model, kann das auch tolle Bilder hervorzaubern. Generell aber gilt, Begib dich auf die Höhe des Models.

Fotografierst du ein Kind, dann geh runter auf seine Höhe. Fotografierst du deinen 2m großen Mann? Dann stell dich auf einen Hocker. Damit machst du nichts falsch.




Werde 90 cm klein wenn nötig 😉







Das Model:


Der Erwachsene, vielleicht auch Du…:

Manche können es, manche nicht, manche leben für die Kamera und manche fühlen sich einfach nur unwohl. Ich bin so jemand, der sich unwohl fühlt.

Dabei ist das das Wichtigste bei einem guten Foto: SEI DU SELBST! UND FÜHL DICH WOHL!

Fühlst du dich nicht wohl, dann sieht man dir das an und das wäre doch sehr schade, wo du dich doch so aufgehübscht hast. Also verzichte auf irgendwelche Modelposen oder Besonderheiten sondern bleib du und mach das, was du sonst auch machst. Du bist lässig und cool? Dann steck die Hände in die Hosentaschen. Du bist verrückt? Dann schneide Grimassen, Hauptsache es macht dir Spaß und du fühlst dich nicht wie in einem Theater.

Hilft das alles nichts und du wirst einfach nicht Freund mit der Kamera, dann tu etwas Natürliches und lass dich dabei unauffällig fotografieren. Bewege dich, laufe von A nach B, pflücke Blumen, winke deinem Kind, lies ein Buch und konzentriere dich auf etwas ganz anderes. Zähl doch einfach mal Fenster in einem Haus oder so. Denke nicht an die Kamera, vergiss sie. Dann werden die Fotos natürlich.

Dasselbe klappt auch gut bei anderen. Z.B bei meinem Mann. Er ist total fotogen, aber kaum sieht er die Kamera, versteift er und die Fotos werden schrecklich. Also bitte ich ihn, die Hände in die Taschen zu stecken und das Kind mit den Augen zu suchen. Knips…fertig! Warum nicht auch auf dem Handy daddeln lassen? Sieht doch natürlich aus! :D



Das Kind:

Bei Kindern geht die Meinung, was das Zeigen des Gesichts in der Öffentlichkeit angeht, auseinander. Und das ist auch vollkommen okay so! Man muss um Gottes Willen nicht das Gesicht sehen, um ein schönes Foto zu bekommen! Aber bitte bitte, setzt keine Smileys oder Verfremdungen drüber. Das geht gar nicht! Man muss auch nicht immer da Gesicht abschneiden.

Eine gute Möglichkeit bei den Kleinsten ist es, sie mit einem Lieblingsspielzeug auf den Boden zu setzen und leicht von oben zu fotografieren. Wenn das Kind auf sein Spielzeug nach unten schaut, ist das Gesicht im Schatten.

Bei älteren Kindern und auch schon bei manchen jüngeren kann man den Trick „Schnell, guck mal da, ein Vogel!!!!“ anwenden! Man zeigt in die Richtung, das Kind schaut hinterher und knips! Das wirkt bei uns Wunder! :D Man kann auch auf den Boden zeigen und sagen „Schau, ein Käfer!“ oder „Was ist denn da auf deinem Schuh?“

Bei Kindern, die es verstehen und Lust auf Fotos haben, kann man natürlich einfacher kommunizieren und sie bitten einmal still zu stehen und irgendwo hinzuschauen. Eine Belohnung kann bei Kindern sehr gut wirken. 😉 Aber zwingt sie nicht. Wenn sie nicht wollen, wollen sie nicht. Sie sollen auch Spaß daran haben.

Im Zweifelsfall bewaffnet man sich auf einem Waldspaziergang oder Spielplatz mit der Kamera und fotografiert sie unauffällig beim Spielen.

Drinnen kann auch Musik oder (jaaaaaa ich weiß…das ist unpädagogisch) der Fernseherhelfen, den das Kind von seiner Fotokulisse aus gut sehen kann.



Die Nachbearbeitung:

Hier gilt: WENIGER IST MEHR!!!

Vooorsicht mit zu viel Werkeln am Bild! Lasst es…

Filter können schön und passend sein, aber meistens greift man damit ins Klo…Bei dem Versuch, das Bild zu verschönern, macht man es oft viel schlimmer. Deshalb rate ich hier zu Minimalismus!

Wenn das Bild scharf ist(!!) reicht es oft aus, ein klein wenig die Helligkeit höher zu stellen.

Bei gelbstichigen Fotos, kann man die Farbtemperatur ein wenig ins Blaue verändern.

Sonnenlichtfotos kann man noch schöner machen, wenn man die Farbtemperatur ein Müh ins Gelbe verschiebt.

Ist das Foto noch nicht scharf genug, kann man die Schärfe noch erhöhen. Aber Vorsicht, nicht zu viel, sonst kann man Pixel zählen.

Ist das ganze Foto nicht perfekt, sondern nur ein teil davon, dann traut euch, etwas wegzuschneiden! Macht aus dem Ganzkörperbild ein Detailbild, einen Bildausschnitt! Schneidet eine Grimasse, einen Schatten, einen Fleck oder eine unscharfe Stelle einfach weg. Traut euch 😉

Das hört sich an wie spanische Bücher? Man muss nicht Photoshop haben, um diese Sachen machen zu können. Das kann man sogar schon mit Apps wie Picsart machen oder kostenlosen Programmen wie Gimp.

Ich persönlich verwende fast immer nur Picasa. Das Programm wurde von Google eingestampft, aber man kann immer noch die letzte Version downloaden. Es ist einfach zu bedienen, übersichtlich und ganz leicht zu verstehen. Ich kann es sehr empfehlen für diejenigen, die keine Zeit und Muße haben, sich in ein richtiges Grafikprogramm einzuarbeiten.

Das große Fazit:


Das Bild muss scharf sein!
Der Hintergrund muss unauffällig sein!
Das Objekt muss ansehnlich sein!
WENIGER IST MEHR!
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